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Besuch der Kanzlerin Merkel bei Papst Tawadros II

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich mit dem Papst Tawadros II

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich mit dem Papst Tawadros II

Besuch der Kanzlerin Merkel bei Papst Tawadros II während ihrer Reise nach Ägypten Anfang März

Papst Tawadrous II, Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhls des Heiligen Markus, empfing die deutsche Kanzlerin am Donnerstag, den 02.03.2017 im Patriarchat bei der Markuskathedrale in Kairo mit folgender Begrüßungsrede:

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„Wir begrüßen Euch in Ägypten; das Land, das durch den Besuch der Heiligen Familie gesegnet wurde. Jesus Christus ist als erster Flüchtling der Zeitrechnung 3 Jahre lang durch das Land gereist und wandelte damit Ägypten in ein Heiliges Land.
Wir begrüßen Euch in der koptisch-orthodoxen Kirche; die Kirche, die der Heilige Markus am Anfang des ersten Jahrhunderts gegründet hat. Von Ägypten aus wuchs die christlich-theologische Lehre und es entstand das Mönchtum. Der erste Mönch war ein Ägypter, nämlich der Heilige Antonius der Große. Landeshistorisch gesehen entstand die koptische Kirche in einer Fortsetzung der pharaonischen Kultur. Im siebten Jahrhundert trat der Islam in Ägypten ein. Damit lebte das ägyptische Volk die pharaonische, christliche und islamische Kultur in erstaunlicher Harmonie.“

Der Gastgeber betonte: „Wir Christen und Muslime haben einen gemeinsamen Weg des Verständnisses, der Zusammenarbeit, der Freuden und Leiden. Es geschehen jedoch von Zeit zu Zeit Probleme aufgrund von Armut, mangelnder Bildung, Engstirnigkeit oder Enge. Die Kirche versucht gemeinsam mit dem Staat diese Probleme zu lösen. Im Zuge der Revolution vom 30. Juni 2013, die gemeinsam von den Christen und Muslime getragen wurde, hat sich der Status der ägyptischen Christen verbessert. Beispielsweise wurde das erste Gesetz in Ägypten zum Bau von Kirchen verabschiedet, 39 christliche Abgeordnete wurden im Parlament gewählt – statt früher nur ein Mitglied und der Staat baut die in 2013 zerstörten Kirchen wieder auf. Weiterhin gibt es mehrere Schritte Richtung Gleichberechtigung. Wir sind dabei, gemeinsam als Christen und Muslime das moderne Ägypten zu gestalten. Wir leiden alle unter den Terrorangriffen und der Gewalt, aber das hält uns nicht vom Aufbau ab.

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Wir vertrauen auf Gott, der unser Land schützt und segnet, und vertrauen auf die Kompetenz unser politischen Führung. Wir vertrauen auch auf die Unterstützung Eures großartigen Landes Deutschland, das die Stabilität im Nahen Osten und Mittelmeerraum fördert. Deutschland hat eine lange Tradition in der Zusammenarbeit mit Ägypten, insbesondere im Bereich der Bildung und Kultur. Erwähnenswert ist, dass die erste deutsche Schule 1873 gegründet wurde. Auch das Goethe-Institut in Kairo und Alexandrien, die deutsche Universität in Kairo und das deutsche archeologische Institut sind Beispiele von vielen deutschen Institutionen, die unser Land und die Gesellschaft mit aufbauen. Wir freuen uns auf den weiteren gemeinsamen Weg.

Wir wollen anlässlich Ihres Besuches, Deutschland für die herzliche Aufnahme der ägyptischen Kirchen in Deutschland zu danken. Auch der Empfang der Tausenden von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten ist ein großer menschlicher Akt. Wir danken auch für diesen Besuch, für Ihre Zusammenarbeit und Ihr Interesse, das Hoffnung auf eine bessere Zukunft und ein Leben mit Menschenwürde erweckt. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Ägypten und sagen nochmal danke.“

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Kanzlerin Angela Merkel legte während ihres Besuches Blumen für die Opfer der Petruskirche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht die Kairoer Markus-Kathedrale