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Das Mysterium der Ehe

Das Mysterium der Ehe

Das Mysterium der Ehe

Im Mysterium der Ehe wird die Gnade Gottes gegeben, die das Ehebündnis vereint und heiligt, ähnlich dem Bund Christi mit der Kirche. Durch die Ehe begründet eine neue christliche Familie; in dieser Familie werden Kinder geboren und erzogen. Vergleichen lässt sich jene mit einer kleinen Kirche und Schule des geistigen Lebens. Die wahre christliche Ehe ist untrennbar, den Worten des Herrn nach: „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden„ (Mt 19, 6). Gott schuf den Menschen als „Mann und Frau„. Das bedeutet, dass weder im Mann noch in der Frau, für sich alleine gesehen, die menschliche Natur vollkommen ist. Sie vollendet sich erst in deren Verbindung. Mann und Frau sind demnach geschaffen, um einander zu ergänzen. Der Göttlichen Vorsehung nach sind sie eingeladen, in einer sehr engen Gemeinschaft zu leben: und zwei Wesen werden eins, d.h. sie leben gemeinsam ein Leben. Diese Gemeinschaft von Mann und Frau, dieses neue Leben zu zweit, ist so wichtig, dass es alle anderen familiären Bindungen überragt: „ Der Mann wird seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird sich an seine Frau binden, und sie werden ein Fleisch sein“, so sprach Gott im Alten Testament.

Das Mysterium der Ehe - 01
Koptische Ehe

Das Mysterium der Ehe

Mann und Frau sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen - sie sind aufgerufen, zu zweit zu leben, ein gemeinsames Leben zu führen, ähnlich wie Gott einer ist in drei Hypostasen. Eins werden, aber gleichzeitig die eigene Persönlichkeit beibehalten - das ist die gemeinsame Ausrichtung der Liebe. Nachdem der Mensch seine ursprüngliche Freiheit der Vollkommenheit Missbraucht hatte, hat Christus die Ehe erneuert und dem Menschen wieder das wahre Wesen der Liebe gelehrt. Daher hat Christus voll Freude am Hochgefühl der Neuvermählten bei der Hochzeit in Kana in Galiläa teilgenommen. Jesu Beispiel folgend, segnet die Kirche den Bund der Ehe und erbittet mit ihren kirchlichen Ritualen die Gnade Gottes sogar für das Ehebett der Neuvermählten.

Ehe, Scheidung- Konsequenzen in der Orthodoxen Kirche

Mit Christus nimmt die menschliche Liebe Gestalt an. Mit ihm können Mann und Frau sicher sein auf ihrem persönlichen Weg zur Vollkommenheit und bei ihrem Eintritt in den Bund von Leib und Seele Entsprechend der Vorsehung Gott hat Mann und Frau dazu erkoren, ein gemeinsames Leben zu führen, wodurch sie den Erhalt der Menschheit sichern und gleichzeitig ihre eigene und gegenseitige Vollkommenheit erfüllen können. Daher ist die Scheidung der Ehe ein dramatisches Geschehen - auch für die Gesellschaft. Indem sie in den Bund der Ehe treten, verpflichten sich Mann und Frau für das ganz Leben, denn was Gott zusammenfügt, darf der Mensch nicht trennen. Sie sind frei, diese Verpflichtung einzugehen oder auch nicht. Aber wenn sie sich für diesen Bund entscheiden und diese Verpflichtung übernehmen, können sie nicht aus dieser Gemeinschaft austreten, ohne die ganze Gesellschaft damit in Gefahr zu bringen.

Die Beständigkeit der Ehe ist der menschlichen Natur immanent, die für ein Leben in Gemeinschaft geschaffen ist. Das christliche Ehepaar geht freiwillig gegenseitige Verpflichtungen ein und wird durch den Bund der Ehe aneinander gebunden wie die Steine durch den Zement, um dessen zu Hause zu bauen. Der Ehemann und die Ehefrau bauen nicht nur deren physische Welt, sondern sie treten auch in die Kirche ein, in den heiligen Körper Christi, in dem die christlichen Familien lebendige Zellen, Kirchen im Kleinen, darstellen. Aus diesem Grund ist die christliche Ehe unauflösbar, ab dem Moment, an dem sie bestätigt und leiblich vollzogen wird. Die orthodoxe Kirche erlaubt allerdings in besonderen Fällen die Scheidung der Ehe- den Worten Christi an die Juden folgend, als sie ihn fragten: „ist es auch recht, dass sich ein Mann scheide von seinem Weibe um irgendeine Ursache?“ Er antwortete Ihnen: „ Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch“ (Mt. 19,3-9). Diese Ausnahme hob Christus selbst hervor, als er jede eigenwillige Scheidung der Ehe verurteilte und diese nur im Falle von Ehebruch erlaubte, denn der Ehebruch wird dem Tod des Ehepartners gleichgesetzt.

St. Mina Magazin Ausgabe 07/2016 - PDF Download

Im Mysterium der Ehe wird die Gnade Gottes gegeben, die das Ehebündnis vereint und heiligt, ähnlich dem Bund Christi mit der Kirche. Durch die Ehe begründet eine neue christliche Familie; in dieser Familie werden Kinder geboren und erzogen.