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Die Philosophie des Nehmens und Gebens

Nehmen-Geben

Die Philosophie des Nehmens und Gebens

Wir alle nehmen und geben in unserem Leben. Glücklich ist der Mensch, der das Gefühl hat, dass er mehr nimmt als was er gibt, auch trotz allem was er gibt. Er fühlt überhaupt nicht, dass er gibt. Armselig ist der Mensch, der das Gefühl hat, dass er nichts nimmt, oder dass er nicht spürte, was er nimmt. Er hat ein trauriges Leben, er fühlt das Unrecht und auch den Bedarf. Er verbringt sein Leben in Unzufriedenheit, in Brummen und Klagen und er ist auch arm an Liebe.

Nur einer gibt immer, ohne dass er von irgendeinem nimmt, es ist Gott!!! Gott allein gibt allen und nimmt von Niemandem etwas. Er braucht nichts, er hat in sich selbst Fülle, er ist vollkommen allerdings. Er besitzt alle Dinge und es gibt nichts bei jemandem, was er Gott geben könnte.

Aber vielleicht fragen manche, ob wir im Gebet Gott Zeit geben, Herz geben, Liebe geben? Nein, das ist nicht die wahre Erklärung des Gebets.

Wenn wir beten, nehmen wir von Gott Gnade, wir nehmen Segnungen, wir nehmen alle unsere geistlichen und materialien Bedürfnisse! Wir haben auch Freude daran, dass wir mit Gott zusammen sind in seiner göttlichen Gemeinschaft. Wer denkt, er gebe Gott Zeit, Anbetung, Singen, oder Verherrlichung, wie leicht wird er sich vom Gebet abwenden. Sein Argument ist es, er habe keine Zeit! Wie leicht ist es für den Menschen, Gott zu leugnen, weil Gott von ihm dieses Loben und diese Verherrlichung verlangt! Weil Gott ihm diese Gebote befiehlt! Wie leicht kann dieser Mensch sich entschuldigen, dass er keine Gesundheit zum Fasten habe, dass er keine Lust zur Anbetung und keine Zeit für das Gebet habe .... wenn er Gott diese Anbetung leistet, führt er sie durch Anreihung von Buchstaben aus, wie maschinell, ohne Geist!

In Wirklichkeit beten wir, weil wir Gott brauchen, deshalb falten wir ihm unsere Hände, als Symbol für unser Nehmen von Gott!

Unsere Lippen werden geheiligt, wenn wir seinen Hl. Namen aussprechen; unsere Herzen freuen sich auf seine Zusammenkunft. Es ist eine große Demut von Gott, dass er uns erlaubt, ihn anzureden.

Eine große Gabe von ihm, dass er uns vor ihm stehen lässt. Deshalb sollen die wir jedes Mal, wenn wir beten, Gott danken, dessen Name zu verherrlichen ist, für alles, was er uns gibt und für diese Demut von ihm.

Wenn Gott sagt: mein Sohn, gib mir dein Herz, bezweckt er, er will dieses Herz haben, um es mit Segen, Liebe und Reinheit zu erfüllen.

"Gib mir dein Herz, damit ich es heilige, reinige und es von allen Flocken wasche, damit ich es emporhebe über das irdische Niveau und um es im Himmel sitzen zu lassen und ich ihm auch meine Herrlichkeit zeige". Deshalb, jedesmal wenn wir beten, sollen wir das Gefühl haben, dass wir nehmen und nicht geben! Es ist für uns ein großer Segen und kein Zwang! Dies ist von der Seite Gottes. Von der menschlichen Seite frage ich, geben wir den Menschen wirklich etwas, wenn wir liebenswürdig und großzügig sind? Wir besitzen nichts, was wir geben. Alles was wir haben, ist ein Besitz Gottes und er hat es uns geborgt; wir haben es von ihm genommen, um es den anderen weiterzugeben. Der Spruch: "von deinen Händen haben wir Dir gegeben", der von David, dem Propheten stammt, gilt für alles, was wir an gute Vorsätze planen! Ähnlich wie ein kleiner Sohn, der seinem Vater oder seiner Mutter an einem Familienfest (z.B. Muttertag) ein Geschenk gibt. Das Geld mit dem er dieses Geschenk gekauft hat, bekam er von Ihnen. Gott hat uns die Hand geschenkt, mit der wir geben und das Gute, wovon wir geben; besonders aber hat er uns geschenkt, das Geben zu lieben. Ja, die Liebe und Gabe zum Geben haben wir von ihm bekommen! Diese Tugend -die Tugend des Gebens - hat er uns aus seiner Güte beschert. Sie ist ein Teil seines Werkes in uns und ein Teil der Gemeinschaft seiner Gnade, die uns begleitet. Denn jede gute Gabe kommt von oben, von Gott. Alles was wir geben, werden wir im Jenseits wieder finden, ja wir werden dort noch mehr bekommen. Wir werden im Himmel reicher und vielfältiger belohnt. Die Sache, die wir geben oder die Gott durch uns gibt, wird für uns aufbewahrt, sie wird nicht verloren gehen. In Wirklichkeit haben wir unsere Gaben nicht gegeben, sondern gut aufbewahrt! Das Gebet hat eine zentrale Rolle im Nehmen und Geben? Im Gebet nehmen wir das Bleibende auf und geben im Gebet das Vergängliche ab, wir nehmen das Himmlische und geben das Irdische.

Die Philosophie des Nehmens und Gebens