Kirchenbau und Kirchenraum - Die Koptisch-Orthodoxe Kirche der Heiligen Jungfrau Maria oder Hängende Kirche
Kirchenbau und Kirchenraum
14. September 2017
Interview mit August Möller
Interview mit August Möller
19. September 2017

Glauben leben in der Fremde

Glauben leben in der Fremde

Glauben leben in der Fremde

Unter diesem Thema traf sich vom 8. Bis 10. September eine Gruppe von ca.30 junge Christen aus vier Orientalischen Kirchen, Eritreer, Kopten, Syrer und Assyrer aus München zu einem Orientierungswochenende im Kloster Benediktbeuern.

Zeitweise nahmen auch eritreische Jugendliche aus der Umgebung als Tagesgäste teil. Das Aktionszentrum der Salesianer in Benediktbeuern übernahm die Organisation und Gestaltung der Tage. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch einen großzügigen Zuschuss vom Erzbischöflichen Ordinariat in München.

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Die Mitarbeiter des Aktionszentrums verstanden es, die Gruppe spielerisch zu einer Gemeinschaft zu formen. So konnte ein fruchtbarer Austausch zwischen denen, die schon länger in Deutschland sind und denen, die erst vor wenigen Jahren als Asylbewerber hier angekommen sind, stattfinden. Den religiösen Auftakt brachte die von Abuna Deuscoros gestaltete koptische Vesper mit deutschen Texten, in der die koptischen jungen Teilnehmer kräftig mitgesungen haben. Später haben auch die eritreischen Teilnehmer ihr lebhaft mit Gesten begleitetes Marienlied vorgetragen.

Neben gemeinsamem Gebet blieb auch viel Raum für gemeinsame Spiele (wie Fußball) und andere Angebote wie z. B. Erkundung und Besichtigung des Klosters mit Informationen über die Geschichte des Klosters und die verschiedenen Aktivitäten der Salesianer.

Entsprechend dem Tagungsthema „Gauben leben in der Fremde“ wurden Informationen über die verschiedenen Kirchen und ihre Traditionen ausgetauscht, wie der Glaube in der Heimat gelebt wird. Darauf aufbauend wurde unter anderem überlegt: Ist das Kreuz, das ich trage, Bekenntnis, Symbol oder nur Schmuck. Ein junger Mann bekannte: das Kreuz, das ich auf meiner Haut trage, sagt mir, dass Jesus mich begleitet. Alle waren sich darin einig, dass ihr Kreuz, sei es offen oder auf der Haut getragen, ihr Bekenntnis zu Jesus Christus aussagt. Viele begleitet auch täglich ein Vers aus der Heiligen Schrift, ein kurzes Gebet oder ein Losungswort. Ein Teilnehmer sagte, dass er jeden Morgen vor der Arbeit aus dem Stundenbuch der Kirche betet. Auch Gebetsschnüre mit den zahlreich zu wiederholenden Anrufungen waren bekannt. Ebenso war allen von ihrem Glauben her klar, dass sie mit der Begrüßung und Verehrung der Ikonen Kontakt zu dem Urbild aufnehmen wollen, das auf der Ikone dargestellt wird. Damit wurde Vieles genannt, was jeder auch in der noch oft fremden Umwelt heute weiter praktizieren kann. Als Andenken erhielt jeder eine Doppelkarte mit einem Christusbild, wo er sein persönliches Gebet oder besonderen Wunsch eintragen kann.

Auf die Frage: „Woran merkt man, dass ich Christ bin?“ wurde spontan Nächstenliebe und Ehrlichkeit genannt. So sind viele mit ihrem Glaubensleben auch hier in der Fremde schon angekommen.

Für mich als Initiator und Beobachter dieses Wochenendes bin ich sehr beeindruckt von der Glaubenskraft der jungen Christen der Orientalischen Kirchen. Sie sollten selbstbewusst und stark genug werden, den müden Christen hier im Westen, neue Impulse zu geben.

August Möller

Vesper - Erzpriester Pater Deuscoros El-Antony

Bie Bibel belehrt uns in den Psalmen zur Eintracht: „Seheht doch wie gut und schön es ist, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen." (Psalm 133 /1).

Ja meine Lieben, wir sind Brüder und Schwestern, die der Herr Jesus Christus an diesem heiligen Ort Kloster Benediktbeuern in Oberbayern zusammen bringt.

Wir sind hier an diesem Wochenende versammelt, damit wir uns austauschen über das Wort Jesu Christi, und wie wir es im Alltag und durch unsere Rituale praktizieren.

Wir führen unter uns einen Dialog über unser christliches Leben hier, fern von unseren Urprüngen, Heimatländern, Familien und Freunden.

Das Wort Jesu Christi tröstet uns: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind da bin ich mitten unter ihnen." (Matthäus 18/ 20)

Unsere Lebensquelle ist also auch hier.
Nun wissen dass Jesus in unserer Mitte steht, weil wir uns in seinem heiligen Namen versammeln. Möge Gott bei uns sein und in unserer Mitte, während wir miteinander reden, essen, trinken und auch während unserer Freizeit.

Ich danke allen, die zum Gelingen dieses Wochenende beitragen, ich danke dem katholischen Ordinariat und den Organisatoren und Leitern im Aktionszentrum, und besonders danke ich Herrn Moeller, der die Idee hatte und das Ganze koordiniert hat.

Ich persönlich bete, dass Gott euch in diesen Tagen führt und segnet. Gerne wär ich das ganze Wochenende hier, aber ich habe Gottesdienste in unserer koptischen Kirche in München morgen und übermorgen, deshalb bin ich nur heute bei euch.

Zum Schluss wünsche ich euch Kraft zu schöpfen in diesem gesegneten spirituellen Aufenthalt, Amen.

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Unter diesem Thema traf sich vom 8. Bis 10. September eine Gruppe von ca.30 junge Christen