Am 30.01.2014 weihte Papst Tawadros II die Anlage ein.
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Interview mit Dr. Adly Wahba

Interview mit Dr. Adly Wahba

Interview mit Dr. Adly Wahba

Dr. Adly Wahba

Gemeindemitglied der Koptisch-Orthodoxen Kirche in München

Von Pater Deuscoros El-Antony

Er wirkte bei der Gründung der koptischen Gemeinden in Deutschland durch Erzpriester Salib Sourial in den Jahren 1975 bis 1980 mit.Adly studierte Physik an der Ain Shams Universität in Kairo und arbeitete als Assistent an der Ingenieursfakultät. 1958 kam er als Stipendiat zur Promotion nach Deutschland. Im März 1964 erlangte er seine Dr.-Ing. Urkunde an der Technischen Universität in München. Anschließend siedelte er mit seiner Frau Imelda und den 2 Kindern nach Kairo über und arbeitete mehrere Jahre als Dozent an der Ain Shams Universität in Kairo. Nach dem Sechstagekrieg 1968, wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus. Nach 30 Berufsjahren in der Energietechnik in Garching bei München entdeckte er sein Interesse an der Solarenergie.

Wie kam es zur Gründung der „hl. Athanasius Stiftung“?

Nach meiner Pensionierung besuchte ich im Rahmen des Seniorenstudiums Vorlesungen der Theologie (evangelische, katholische und orthodoxe Theologie). Besonders interessierten mich die Vorlesungen von Herrn Professor Peter Neuner über die Ökumene. Wir verstanden uns sehr gut und er erzählte mir von seinen Plänen bezüglich der Gründung des Zentrums für Ökumenische Forschung (ZÖF). Dieses Vorhaben war an der Ludwig Maximilian Universität in München (LMU) möglich, weil es nur in München katholische und evangelische Fakultäten sowie ein orthodoxes Institut gibt. Zur finanziellen Unterstützung von Projekten des ZÖF, gründete ich gemeinsam mit Professor Peter Neuner (katholisch), Professor Theodor Nikolau (orthodox) und Professor Günther Wenz (evangelisch) die hl. Athanasius Stiftung. Die Eröffnungsveranstaltung fand am 29.Oktober 2001 statt.

Hl. Athanasius Stiftung - Logo

Wie viele Studenten profitieren von Mitteln der hl. Athanasius Stiftung?

Fast jedes Jahr findet ein öffentliches Symposium statt, bei welchem über die ökumenischen Aktivitäten referiert wird. Außerdem gibt es ökumenische Seminare, bei welchen die Studenten-Referate über ihre Erfahrungen mit der Ökumene halten und diskutieren. In Venedig, Moskau und Istanbul fanden Blockseminare statt. Diese Blockseminare gibt es jährlich. 2008 wurde in Ägypten ein Blockseminar über das Mönchtum durchgeführt. Bei all diesen Seminaren bekommen die Studenten finanzielle Unterstützung, für Ihre Studienreisen, um Ihnen die Teilnahme zu ermöglichen.

Wann und wie entstand die Idee zur Gründung des „Freundeskreis des hl. Antonius“?

Nach einer unserer Ägyptenreisen war das Interesse vieler Teilnehmer groß, die Klöster in der ägyptischen Wüste zu unterstützen. Einige Ingenieure unter uns favorisierten die Idee von der Nutzung der Sonnenenergie. Am 30. Mai 2008 wurde der „Freundeskreis des hl. Antonius“ gegründet. In der Satzung heißt es: „Wir wollen dem Kloster des hl. Antonius am Roten Meer und weiteren Wüsten-Klöstern mit der Beschaffung und Installation von Solarenergie -Anlagen helfen.“ Ein weiter Zweck des Vereins ist die Pflege der Ökumene durch Förderung von Kontakten zwischen Klöstern und Kommunitäten in Deutschland und Ägypten.

Was erreichte dieser Verein in den vergangenen 7 Jahren?

Mit der Unterstützung von MISERIOR und dem Deutschen Entwicklungshilfe - Ministerium wurde das Solarprojekt vom St. Antonius Kloster am Roten Meer verwirklicht. Dieses Projekt wird an anderer Stelle von Herrn Winfried Brunner beschrieben.

Wie viele weitere Solarprojekte sind in der Zukunft geplant?

Die offizielle Eröffnung und Einweihung der Anlage im St. Antonius Kloster durch Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. fand im Januar 2014 statt. Es waren viele Äbte und Mönche aus anderen Klöstern bei der Einweihung anwesend. Das Interesse an ähnlichen Projekten für andere Klöster war groß. Inzwischen gibt es Pläne für drei weitere Projekte und zwar im Anba Samuel Kloster in Oberägypten, im Kloster Anba Paul am Roten Meer und im St. Mina Kloster in Mariut, westlich von Alexandria

Welche Hoffnungen sind mit der ökumenischen Arbeit verbunden?

In unserem Glaubensbekenntnis beten wir für die Einheit der Kirche Christi. Inzwischen gibt es außer der Universität (ZÖF) auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in vielen Städten Deutschlands. Auch unser Papst Tawadros glaubt an die Ökumene und bemüht sich um die Vereinheitlichung des Datums für das Weihnachts- und Osterfest.

Welchen Rat würdest du unserer Jugend geben?

Liebt einander wie der Herr Jesus Christus uns liebt.

Gemeindemitglied der Koptisch-Orthodoxen Kirche in München.