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21. März 2016
Einladung des Herrn Bischofsvikar Graf zu Stolberg in das Erzbistum München
Einladung in das Erzbistum München
23. März 2016

Interview mit drei junge Flüchtlinge

Interview Flüchtlinge

Interview mit Emad, Gadallah und Dawit, drei junge Flüchtlinge in unserer Gemeinde, um 20 Jahre alt.

Interview mit Emad, Gadallah und Dawit,

drei junge Flüchtlinge in unserer Gemeinde, um 20 Jahre alt.

Von Pater Deuscoros El-Antony

I- Guten Tag Emad, sag mir: Was hat Dich aus Ägypten getrieben?

Ich stamme aus einem Dorf in der Nähe von Minia in Oberägypten. In unserem Dorf waren wir sehr stark und überall von den Moslembrüdern verfolgt, in den Schulen, in den Kirchen und auf den Straßen. Ich habe war ständig Gefahren ausgesetzt. Meine Eltern kümmerten sich, dass ich das Land verlasse.

Warum bist Du gerade nach Deutschland, und wie kamst Du hierher?

Ich hatte schon immer gehört, dass Deutschland eine gute Willkommenskultur für Flüchtlinge hat. Ich bin hierher, um Sicherheit zu finden. Meine Eltern haben einen Schleuser 4.000 Tausend Euro bezahlt und ich bekam ein Visum nach Georgien. Von dort aus bekam ich ein Ticket nach Hong Kong mit Transit in München. Im Flughafen München bin ich ausgestiegen, durch die Passkontrolle und bin hier geblieben. Jetzt bin ich schon zweieinhalb Jahre hier.

Ich fühle mich in Deutschland sehr sicher. Das Land ist geordnet und die Menschen sind freundlich.

Gibt es etwas was Dich beunruhigt?

Natürlich vermisse ich meine Familie, habe aber Freunde vom selben Dorf die mit mir gekommen sind, sodass ich mich nicht ganz alleine fühle. Beunruhigt bin ich, weil ich nicht weiß, wie in meinem Asylantrag letztendlich entschieden wird.

Was sind jetzt Deine Ziele?

Ich lerne Deutsch damit ich die Sprache zuerst gut beherrsche und dann will ich meine Ausbildung abschließen. Ich habe von Ägypten einen Oberschulabschluss. Mein Wunsch ist mein Leben selber zu regeln und einen guten Job zu finden.

Danke Emad für das Interview, hast Du noch etwas auf dem Herzen?

Ja ich bin sehr dankbar. Ich habe hier von den deutschen Beamten und Helfern viel Unterstützung bekommen. Viele stehen mir zur Seite, damit ich mir hier wohl fühle und integriere. Dafür bin ich sehr dankbar.

II- Guten Tag Gadalla, wo kommst Du her?

Ich bin aus dem selben Dorf von Emad. Wir gingen zusammen in die Schule. Wir haben einen ähnlichen Lebensweg, jedoch kam ich einen Monat vor ihm hierher und zahlte für meine Reise 3.000 Euro.

Sag mal was Dir am Besten in Deutschland gefällt?

Am Besten gefällt mir, dass ich mich hier sehr sicher fühle. Allein wenn ich in meiner Kette ein Kreuz anhänge befürchte ich nicht, dass jemand mich angreift. Hier kann ich meine Meinung offen aussprechen ohne Angst zu haben. Auch bin ich sehr froh im Jugengheim, wo ich viel Unterstützung kriege.

Womit beschäftigst Du Dich derzeit?

In den zweieinhalb Jahren hier habe ich in den Integrationskursen intensiv Deutsch gelernt und mache gerade eine Ausbildung als Hotelfachmann.

Was sind Deine Wünsche Gadalla?

Ich will meine Ausbildung dieses Jahr beenden und einen Job anfangen damit ich mein Unterhalt selbst bestreite. Mein höheres Ziel ist dass ich etwas für mein Land und meine Heimat bewege. Ab und zu bekomme ich Heimweh. Ich vermisse meine Familie.

Danke Gadalla und viel Erfolg in Deiner Ausbildung.

III- Und Du Dawit, wo und wie kamst Du her?

Ich bin in Eritrea geboren, habe aber lange Zeit im Sudan gelebt, bin von dort aus nach Libyen geflüchtet und über das Mittelmeer nach Italien.

Gab es Gefahren auf Deiner Reise?

Am gefährlichsten war meine Reise über See. Wir waren 300 Menschen 3 Tage und 3 Nächte lang in einem Boat gequetscht. Ansonsten verlief die Reise von Sudan über die Wüste nach Libyen ohne große Schwierigkeiten. In Deutschland angekommen habe ich im Münchener Hauptbahnhof keine Polizei angetroffen. Ich wusste nicht was ich machen soll. Am Anfang war ich auf mich selbst angewiesen und habe mich durchgefragt.

Was sind Deiner Meinung nach die guten und weniger guten Seiten Deutschlands?

Das Wohlergehen, das ich in Deutschland erfahren habe, hätte ich in meinem eigenen Land nie kriegen können. Ich freue mich dass ich hier sein darf. Aber ich bin auch zum ertsen Mal konfrontiert mit Menschen die mich aufgrund meiner Hautfarbe vermeiden oder gar verächten. Das spüre ich auch im Sport und im Fußball hauptsächlich von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Von den Deutschen fühle ich keinen Unterschied in der Behandlung. Aber mittlerweilen lerne ich damit umzugehen und ich versuche hinweg zu schauen. Ich freue mich auch dass es hier eine Kirche gibt, die mir nicht fremd ist weil die Gottesdienste wie bei uns daheim abgehalten werden. Auch habe ich Freundschaften geknüpft und mache gerade ein Praktikum.

Was sind wünscht Du Dir für Deine Zukunft?

Ich wünsche mein Talent im Fußball zu erweitern und in einer guten Mannschaft zu spielen.

Vielen Dank Dawit für das Gespräch. Ich wünsche Dir viel Erfolg.

Interview mit Emad, Gadallah und Dawit, drei junge Flüchtlinge in unserer Gemeinde, um 20 Jahre alt.