Kirchliche Feiern
Kirchliche Feiern
20. Juni 2015
Am 19. und 20. März 2015 fand das elfte Treffen der Kirchenoberhäupter der orientalischen orthodoxen Kirchen im Nahen Osten statt
Treffen der Kirchenoberhäupter
25. Juni 2015

Interview mit George Maharib

Papst Tawadros überreicht George Maharib eine Ikone.

Papst Tawadros überreicht George Maharib eine Ikone.

George Maharib

Gemeindemitglied der Koptisch-Orthodoxen Kirche in München

Von Pater Deuscoros El-Antony

Lieber Herr Maharib, würden Sie bitte unseren Lesern etwas über Ihr Leben erzählen.
Wo kommen Sie her, was haben Sie studiert, wo haben Sie gearbeitet?

Als Antwort würde ich gerne aus einem Porträt in der Süddeutsche Zeitung Nr. 283 vom 7./8. Dezember 2002 von Catrin Felkel zitieren:
„Internationaler Dialog, George Maharib wird für soziale Verdienste geehrt“:

„Mit Ma’at könnte das Lebenswerk des im Sudan geborenen Stockdorfers George Maharib über schrieben werden. Ma’at ist ein alt-ägyptischer Begriff und bedeutet

„Grundlage für jedes Ordnungsgefüge in Natur- und Menschenwelt ist Verantwortung, Gerechtigkeit und Liebe“.

Maat e.V.

Besonders für Flüchtlinge und ausländische Studenten hat sich der Stockdorfer eingesetzt. Am Montag erhält er von Sozialministerin Christa Stewens in München die Staatsmedaille für soziale Verdienste. George Maharib wuchs als Sohn koptisch Orthodoxer Eltern in Sudan auf. Mitte der 50-er Jahre kam er zum Architekturstudium nach München und arbeitete anschließend mehrere Jahre als Leiter des Baureferats in seiner Heimatstadt El Obeid. Mit der Ansicht, dass er von Deutschland aus mehr für sein Land und andere Entwicklungsländer bewirken könne, entschloss er zum Studium der politischen Wissenschaften. Von 1977 bis 1985 arbeitete er bei der Evangelischen Studentengemeinde in der Beratung ausländischer Studenten. Maharib gründete verschiedene Arbeitskreise, die den Dialog der ausländischen Studenten untereinander und mit den deutschen Studenten fördern und die Kulturen und Probleme der Länder einander näher bringen sollten. „Eine oft schwierige Aufgabe, die politische Kenntnis, Diplomatie und Sensibilität voraussetzte,“ Das von ihm gegründete „Ausländerforum“ eine Anlaufstelle nicht nur für Ausländische Studenten, existiert auch weiterhin.“

Von 1985 bis 2001 leitete George Maharib den Sozialdienst für Flüchtlinge und Asylsuchende der Inneren Mission in München. Noch während seiner Arbeit in der Inneren Mission bereitete er die Gründung einer gemeinnützigen Organisation vor, der er den Namen Ma’at gab. Ma’at unterstützt die Ärmsten der Armen und vor allem Frauen und Kinder.

Unsere Engagement teilt sich in zwei Hauptbereichet: „I. Soziales und II. Kulturelles“
I. Soziales: Ma’at e.V. hat 14 verschiedene Projekte finanziert:
Hier in Kürze ausgewählte Projekte: In Giza/Kairo haben wir ein großes Haus erworben und eine Nähwerkstatt zur Schulung und Produktion von Kleidung aufgebaut. Candles Association in El-Minia erhielt einen Minibus, um Frauen in verschiedenen Dörfern die Alphabetisierung zu ermöglichen. In Naqada finanzierte Ma’at e.V. eine Fachschule für Altenpflege. Wir haben uns am Bau eines Krankenhauses in St. Antonius-Kloster am Roten Meer und auch bei der Erweiterung des Mädcheninternats in Khartum/Sudan beteiligt.

II. Kulturelles
Unsere kulturelle Arbeit ist umfangreich. In Vorträgen und Filmabende informieren wir über den kulturellen Reichtum Ägyptens und des Sudan und laden zu Diskussionen ein. Dazu kommen gemeinsame Besuche von Museen und Ausstellungen.
Wir organisieren alle zwei Jahre eine Studienreise nach Ägypten.

Sie sind auch Mitglied des ZOCD, wann wurde er gegründet, was sind seine Ziele?

Der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD) ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern der in Deutschland vertretenen orientalischen Kirchen.

Er wurde gegründet, um den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrer Konfession mit einer Stimme zu sprechen. Damit sollen orientalische Christen bei der Integration in die westliche Gesellschaft unterstützt werden. Durch die dramatische Entwicklung im Nahen Osten hat sich in den letzten Monaten aber auch immer stärker die Notwendigkeit herausgestellt, für die Christen im nahöstlichen Raum zu sprechen und sie zu unterstützen, besonders in der Flüchtlingshilfe.

Bei der Gründung des Vereins am 23. Februar 2013 wurde ich zum 2. Vorsitzenden gewählt, und am 19. März 2013 wurde der Verein eingetragen. Unser Motto ist Frieden durch Dialog. Am 27. Juli fand die Gründungsveranstaltung in der St. Matthäus Kirche in München statt. Anwesend waren sehr viele Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Der ZOCD hat seit seiner Gründung intensiv und fortlaufend seine Ziele verfolgt. Wir haben inzwischen Unterstützer in Parlament, Regierung und Gesellschaft. Wir waren beim Bundespräsidenten eingeladen, auch im Bundestag waren wir mehrmals zu Gast, um unsere Anliegen vorzutragen.

Gemeindemitglied der Koptisch-Orthodoxen Kirche in München.