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Mumienporträt der Eirene

Mumienporträt

Mumienporträt

Ägypten 40/50 n. Chr.

Mumienporträts gehören zu den eindrucksvollsten Bildnissen der Antike, die seit Beginn ihrer Entdeckung die Betrachter faszinieren. Bedingt durch die klimatischen Bedingungen Ägyptens haben sich die Tafeln samt ihrer Farbigkeit bestens erhalten.
Die auf dünnen Holztafeln gemalten Bildnisse waren in den Kopfbereich der Mumien eingepasst. Ungewiss ist, ob die Porträts bereits zu Lebzeiten der Verstorbenen gemalt wurden und zunächst im Haus aufgehängt waren.

Gelegentlich erlauben Inschriften die Benennung der Verstorbenen, wie im Falle des Porträts einer jungen Frau namens Eirene.
Hier steht in demotisch geschrieben: Eirene, Tochter des Silvanos, ihre Mutter ist Senpnoutis. Möge ihre Seele leben vor Osiris- Sokaris, dem großen Gotte, dem Herrn von Abydos, ewiglich. Weiteres erfahren wir über Eirene nicht; jedoch scheint es sich bei den Porträtierten allgemein um Angehörige einer ethnisch gemischten, finanziell starken Mittel- und Oberschicht gehandelt zu haben.

Die antiken Porträtkünstler verwendeten auf den etwa 40 Zentimeter hohen, 20 Zentimeter breiten und wenige Millimeter dicken Tafeln aus sorgsam gespaltenem Holz zwei Maltechniken. Zum einen die Temperatechnik mit eher kreideartigen, erdigen Tönen. Deren Pigmente werden in organischem Bindemittel gelöst.
Zum anderen nutzten die Maler die sogenannte Enkaustik, bei der Wachs als Trägersubstanz für die Pigmente dient. Es wird in warmem Zustand mit einem Spachtel aufgetragen, dadurch wirken die Porträts plastischer, die Farben leuchten intensiv.

Mumienporträts gehören zu den eindrucksvollsten Bildnissen der Antike