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Die koptischen Textilien

Die koptischen Textilien

Die koptischen Textilien

Bei koptischen Textilien handelt es sich um Mischgewebe mit einer leinenen Kette und farbigen Wollschüssen für die Musterung, die nach Art der Schlitzwirkerei in die Kette eingebunden sind. Solche Stoffe sind weitgehend als Grabfunde auf uns gekommen.

Sie wurden von in Ägypten lebenden Griechen etwa seit dem 3. nachchristlichen Jahrhundert, später von den Kopten selber in Manufakturen und in Heimarbeit hergestellt. Die Mehrzahl der erhaltenen koptischen Textilien sind Zierstücke von Gewändern und Decken, in die die Toten eingewickelt waren. Die Farben dieser Stoffe sind besonders gut erhalten, teilweise geradezu leuchtend, was mit dem überaus trockenen Klima der Wüstenorte zusammenhängt, in denen sie gefunden wurden und mit der Tatsache, daß kein schädliches Licht, der Erzfeind aller Textilien, in die Gräber fallen konnte.

Unter dem Begriff „koptische Stoffe” fasst man jene Textilien zusammen, die in Ägypten etwa zwischen dem 3. und 10. Jahrhundert entstanden sind. Sie verdanken ihre Erhaltung den besonders günstigen klimatischen Bedingungen des Landes. Generell stellen koptische Textilien mit Abstand den größten Anteil innerhalb der sog. koptischen Kunst – besser, der spätantiken Kunst in Ägypten – dar. Sie sind in den letzten Jahren in großem Umfang publiziert worden. Um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen: Der Begriff „Kopten”, „koptisch” leitet sich vom griechischen „Aigyptioi” ab, und ist über das arabische „quibt”, „quodt” auf uns gekommen. Während aber die Bezeichnung „Kopten” bis heute die christlichen Ägypter meint – im Unterschied zu anderen religiösen Gruppen des Landes – , bedeutet das Adjektiv „koptisch” in Zusammenhang mit Kunst und Kultur nicht primär christlich, sondern eher ägyptisch hinsichtlich der geographischen Herkunft und der Datierung.

Die meisten koptischen Textilien stammen aus Gräbern. Es sind die Kleidungstücke der Verstorbenen, die diese wohl auch zu Lebzeiten trugen. Überwiegend handelt es sich um die Reste von Tuniken verschiedenster Art, doch lassen sich auch einige Fragmente den Manteltüchern zuordnen. Kopfbedeckungen aus Sprang und Fußbekleidung aus Strick vervollständigen den Bestand. Die zweite große Gruppe bezeichnen wir heute als Ausstattungstextilien. Sie umfasst Wandbehänge, Behänge, Decken, Kissen und Tücher. Gemäß der Kategorie „Funktion” gliedert dieser Katalog die Sammlung in zwei Hauptteile: Ausstattungstextilien einerseits und Reste von Bekleidung andererseits. Da sich eine Zweitverwendung wohl bei keinem Stück nachweisen lässt, ist jeweils die ursprüngliche Bestimmung anvisiert. Innerhalb dieser Zweiteilung wird nach kleineren Einheiten untergliedert, z. B. der Art Zierteile auf Tuniken, wobei das Material der Kette (Leinen, Wolle) nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Digitaler Bestandskatalog der koptischen Textilien Das Landesmuseum Württemberg besitzt eine herausragende Sammlung an koptischen Textilien, die erstmals in diesem Bestandskatalog zusammengefasst und online präsentiert werden. Bei den rund 100 Objekten der Stuttgarter Sammlung handelt es sich um Kleidungsstücke und Ausstattungstextilien, die etwa zwischen dem 3. und 10. Jahrhundert in Ägypten hergestellt wurden.

Web Link

Bei koptischen Textilien handelt es sich um Mischgewebe mit einer leinenen Kette und farbigen Wollschüssen für die Musterung